Karriereende, Burnout und Depression im Leistungssport – ein ehrliches Gespräch

Irgendwann ist jede Sportkarriere zu Ende. Für manche kommt dieser Moment geplant, für viele überraschend. Was dann passiert – emotional, mental, in der eigenen Identität – darüber wird im Sport noch viel zu selten gesprochen. Sportpsychologe Henning Thrien tut es in diesem zweiten Teil seines Interviews beim MainAthlet Podcast. Es geht um die Frage, die sich jede Athletin und jeder Athlet irgendwann stellen muss: Wer bin ich, wenn der Sport wegfällt? Und es geht um zwei Themen, die im Leistungssport nach wie vor tabuisiert werden – Depressionen und Burnout. Ein Gespräch, das längst überfällig war.

Die Frage, die viele Athleten verdrängen

„Was kommt nach dem Sport?" ist eine Frage, die viele Athleten im aktiven Training bewusst ausblenden. Die nächste Saison, der nächste Wettkampf, das nächste Ziel – der Sport strukturiert das Leben so vollständig, dass der Gedanke ans Ende kaum Raum bekommt. Henning Thrien beschreibt, warum genau das ein Risiko ist. Wer sich nie mit der Frage nach der eigenen Identität jenseits des Sports beschäftigt hat, steht nach dem Karriereende oft vor einer Leere, die er nicht benennen kann. Die gute Nachricht: Man kann sich vorbereiten. Und das geht auch schon während der aktiven Karriere.

Wie sich Sportler auf das Karriereende vorbereiten können

Eine sportliche Karriere endet – ob durch Verletzung, Alter oder eigene Entscheidung. Wer diesen Moment vorbereitet, kommt besser durch ihn hindurch. Henning erklärt konkrete Ansätze: Interessen außerhalb des Sports früh entwickeln, soziale Netzwerke aufbauen, die nicht nur über den Sport definiert sind, und sich regelmäßig fragen, was man abseits der Bahn oder des Feldes wirklich kann und will. Das klingt banal – ist aber für viele Hochleistungssportler echte Arbeit, weil der Sport so viel Raum einnimmt.

Burnout und Depression im Leistungssport – warum das Tabu gefährlich ist

urnout und Depression sind im Leistungssport häufiger als die Außendarstellung vermuten lässt. Zu oft werden sie als Schwäche gewertet, verschwiegen oder hinter Trainingsleistungen versteckt. Henning Thrien spricht in dieser Folge offen darüber, wie sich diese Zustände bei Athleten äußern, warum sie so oft spät erkannt werden und was Trainer, Teampsychologen und das Umfeld tun können. Entscheidend ist: Wer Hilfe holt, ist nicht schwach. Wer sie nicht holt, riskiert deutlich mehr als eine schlechte Saison.

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