
Der Hochsprung ist eine der faszinierendsten Disziplinen der Leichtathletik: Du sprintest eine Kurve an, setzt einen einzigen explosiven Absprung – und versuchst, die Latte zu überqueren, ohne sie zu berühren. Klingt simpel. Ist es nicht. Denn im Hochsprung treffen Geschwindigkeit, Rhythmus, Körpergefühl, Mut und Präzision aufeinander. Genau das macht ihn so geil – und genau deshalb lohnt es sich, Zeit und Energie in die Basics zu investieren.
Auf dieser Seite bekommst du einen praxisnahen Überblick: von den wichtigsten Regeln über die Kernpunkte der Fosbury-Flop-Technik bis hin zu Trainingsbausteinen, Beispielplänen und typischen Fehlern. Außerdem fließen echte Insights aus Podcast-Interviews ein – u. a. mit Christina Honsel (PB 1,92 m), die offen über Trainingsblöcke, Verletzungsmanagement, Fußstabi und mentale Routinen spricht.
Der Hochsprung ist eine der faszinierendsten Disziplinen der Leichtathletik: Du sprintest eine Kurve an, setzt einen einzigen explosiven Absprung – und versuchst, die Latte zu überqueren, ohne sie zu berühren. Klingt simpel. Ist es nicht. Denn im Hochsprung treffen Geschwindigkeit, Rhythmus, Körpergefühl, Mut und Präzision aufeinander. Genau das macht ihn so geil – und genau deshalb lohnt es sich, Zeit und Energie in die Basics zu investieren.
Auf dieser Seite bekommst du einen praxisnahen Überblick: von den wichtigsten Regeln über die Kernpunkte der Fosbury-Flop-Technik bis hin zu Trainingsbausteinen, Beispielplänen und typischen Fehlern. Außerdem fließen echte Insights aus Podcast-Interviews ein – u. a. mit Christina Honsel (PB 1,92 m), die offen über Trainingsblöcke, Verletzungsmanagement, Fußstabi und mentale Routinen spricht.
Beim Hochsprung überquerst du eine Latte, die auf zwei Ständern liegt. Du hast pro Höhe bis zu drei Versuche. Reißt du dreimal auf einer Höhe, ist der Wettkampf für dich beendet. Wer am höchsten springt, gewinnt. Bei Gleichstand zählen die Fehlversuche (zuerst auf der letzten Höhe, dann insgesamt). Im Wettkampf springt ihr reihum – du hast also Pausen, musst aber trotzdem im Kopf „ready“ bleiben.
Absprung einbeinig: Du musst aus einem Fuß abspringen.
Drei Fehlversuche auf einer Höhe bedeuten „aus“. Fehlversuche können über mehrere Höhen „mitgenommen“ werden, wenn du z. B. nach einem Fehlversuch die nächste Höhe versuchst.
Die Latte muss liegen bleiben: Berühren ist okay – solange sie nicht herunterfällt.
Anlauflänge ist frei: Im Training ist kurzer Anlauf oft Gold wert, weil er technisch sauberer und weniger belastend ist.
Seit Dick Fosbury ist der Fosbury Flop Standard: Du läufst eine Kurve an, springst ab, drehst dich in der Luft und überquerst die Latte rücklings. Der Clou: Durch die Körperform kann der Körperschwerpunkt beim Überqueren so verlaufen, dass er zeitweise unter der Latte liegen kann, obwohl dein Körper drüber geht. Du nutzt Geometrie – Technik kann dir Zentimeter schenken, ohne dass du „mehr Kraft“ brauchst. Zusätzlich erzeugt die Kurve im Anlauf Rotation, die dir hilft, den typischen „Bogen“ zu formen.
Viele verlieren Höhe nicht beim Absprung, sondern schon 10–12 Schritte vorher. Ein guter Anlauf ist konstant, rhythmisch und reproduzierbar. Meist besteht er aus:
gerader Phase (Beschleunigung)
Kurvenphase (Positionieren + Rotation)
„Locker schnell“ werden: lange Schritte, ruhige Arme, Blick nach vorne.
Ziel ist nicht Max-Speed wie über 100 m, sondern eine Geschwindigkeit, die du kontrollieren kannst.
Leichte Innenneigung, ohne einzuknicken.
Das äußere Bein arbeitet aktiv.
Du willst am Ende der Kurve so stehen/laufen, dass du den Absprungfuß stabil und schnell setzen kannst.
Merkhilfe: „Lang – schnell – hoch“
Der vorletzte Schritt ist oft etwas länger (minimal „setzen“), der letzte Schritt ist schnell und aktiv. Wichtig: Du springst nicht in den Absprung, du läufst hinein.
Erfolgsfaktoren:
Stabiler Fuß: Der Absprungfuß muss enorme Kräfte aushalten.
Aktiver Kniehub: Das freie Knie geht hoch und unterstützt die Aufrichtung.
Arme synchron: Armzug unterstützt die Vertikale und stabilisiert die Rotation.
Aufrichtung statt „Hinterlehnen“: Viele lehnen sich zu früh zurück. Erst der Impuls – dann die Rücklage.
Ziel: Hüfte an die Latte bringen. Ein gutes Bild:
Hüfte zuerst
Schultern nachziehen
Füße spät
Wenn du zu früh mit dem Kopf „in die Matte“ gehst, verlierst du Höhe. Wenn du die Füße zu früh anziehst, reißt du oft die Latte. Timing ist alles.
Christina Honsel beschreibt einen extrem spannenden Punkt: Wenn die Technik nicht optimal ist, muss dein Körperschwerpunkt deutlich höher sein als die Latte. Sie sagt, bei ihr liegt der Schwerpunkt etwa fünf Zentimeter über der Latte – bei sehr guter Technik eher nur ein bis zwei Zentimeter. Das ist ein brutaler Hebel: Technik kann dir Zentimeter schenken, ohne dass du mehr „Power“ brauchst.
Hochsprung ist nicht „nur springen“. Ergebnisse kommen, wenn du die Belastung clever steuerst.
Sprints 20–40 m (Qualität!)
Fly-Ins (z. B. 20 m Anlauf + 20 m schnell)
Kurvenläufe/J-Anläufe für spezifische Geschwindigkeit
Hops, Bounds, 5er-Sprunglauf
Einbeinige Sprünge (Dosierung!)
Medizinballwürfe / explosive Drills für Rumpf + Hüfte
Viele setzen im Winter Blöcke. Christina beschreibt z. B. einen Kraftblock zu Beginn des Wintertrainings mit regelmäßigem Kraftraum (teilweise alle zwei Tage), um Grundlagen aufzubauen. Danach rücken Schnelligkeit, Sprünge und Technik stärker in den Fokus.
Kniebeugen-Varianten, Split Squats, RDLs (Basis)
Olympische Hebevarianten/Derivate (wenn sauber)
Core: Anti-Rotation, Hüftkontrolle, Aufrichtung
Mehr Technik heißt nicht automatisch mehr Sprünge aus Wettkampfanlauf. Gerade bei Problemen am Absprungfuß ist kurzer Anlauf extrem wertvoll: weniger Belastung, mehr Wiederholungen, besseres Gefühl. Anlaufkontrollen sind oft wichtiger als ständig „volle Latten“.
Als Inspiration:
Mo: Sprint kurz + Technik kurz (Drills, 5–8 Sprünge kurz) + Fußstabi
Di: Kraft (Unterkörper + Core) + Mobility
Mi: Sprungkraft/Mehrfachsprünge + Kurvenläufe
Do: Kraft (Ganzkörper, Fokus Explosiv) + Fußstabi
Fr: Technik (Anlaufkontrollen, Rhythmus) + leichte Plyos
Sa: Aktivierung / lockere Schnelligkeit / optional kleiner Test (z. B. 5er-Sprunglauf)
So: frei
Wenn du Hochsprung ernst nimmst, kommst du an Fußarbeit nicht vorbei. Christina hatte u. a. Stressfraktur und mehrere Operationen am rechten Absprungfuß. Ihr Takeaway: Fußstabi nervt – aber sie
muss sein.
Beispiele:
Übungen im Sand
Wackelbrett/Balance-Board
Gehen auf den Zehenspitzen
Stabi in Bewegung (nicht nur statisch stehen)
Qualität vor Ego: saubere Wiederholungen schlagen „viel hilft viel“.
Im Hochsprung entscheidet manchmal der dritte Versuch. Christina betont Gedankenkontrolle: Wenn Zweifel kommen, arbeitet sie bewusst mit positivem Selbstgespräch, bis sie in einen Tunnel kommt. Ein Hack: Sie setzt sich im Stadion oft mit dem Rücken zur Matte, um sich nicht von Gegnerinnen beim Einspringen ablenken zu lassen.
Rituale: Ja – aber nicht abhängig werden. Beispiel: Wenn im Ausland keine Haferflocken da sind, soll der Kopf nicht kippen.
Christina liebt Meetings mit Musik: weniger Grübeln, mehr Rhythmus, geilere Atmosphäre. Ihr Song, der hängen geblieben ist: „Losing It“ von Fisher.
Anlauf schwankt: Setz zwei Marken und filme 3–5 Anläufe.
Zu früh zurücklehnen: Check, ob der Kopf im letzten Schritt schon nach hinten geht.
Absprungfuß „weich“: Wenn du einsackst, fehlt Reaktivität → Fuß-/Sprunggelenk stärken.
Hüfte bleibt weg: Wenn die Latte am Po fällt, fehlt häufig Timing/Rotation → Flugdurchgänge aus kurzem Anlauf.
„Der Anlauf ist deine Technik.“
Startmarke: vom Absprungpunkt rückwärts messen, notieren.
Zwischenmarke: nach dem geraden Teil. So siehst du früh, ob du „drüber“ oder „drunter“ bist.
Einheitliche Bedingungen: gleiche Bahn, gleiche Schuhe, gleicher Untergrund.
Video + Notizen: Wind, Müdigkeit, Gefühl, Speed.
Christina hat in Fußproblemen-Phasen viel über Anlaufkontrollen gearbeitet – Stabilität, ohne permanent maximal springen zu müssen.
Kurvenlauf ohne Sprung (Rhythmus + Linie)
Absprung an der Linie (3–5 Schritte, Fokus Fuß/Knie/Arme)
Pop-up (kurzer Flop über niedrige Latte)
Schersprung als Technik-Schule (besonders für Einsteiger)
Einbeinige Hops (kurz, federnd)
5er-Sprunglauf
Box Step-Up explosiv (einbeinig)
Medizinball-Überkopf rückwärts
Hüftmobilität + BWS-Rotation
Landung üben (Vertrauen in die Matte)
Sprünge langsam steigern: Sprünge zählen (pro Einheit/Woche).
Qualität statt Quantität: lieber 6 richtig gute als 18 müde.
Fuß-/Wadenpflege: Stabi + Kraft (Wade/Soleus) + Mobilität. Schmerzen ernst nehmen.
Auslassen (Pass) ist erlaubt und manchmal strategisch sinnvoll.
Zeitlimit pro Versuch: Routine so bauen, dass du nicht in Stress kommst.
Reihenfolge wechselt: mental flexibel bleiben.
Wie viele Schritte hat der Anlauf? Oft 8–12. Entscheidend ist Rhythmus und Trefferquote.
Warum die Kurve? Rotation + Positionierung für den Flop.
Nur kurzer Anlauf im Training? Ja, kann super sinnvoll sein.
Welche Seite ist besser? Keine. Entscheidend ist Stabilität und passende Kurve.
Was ist wichtiger: Kraft oder Technik? Beides. Technik schenkt Zentimeter, Kraft/Schnelligkeit liefert Potenzial.
Warum reiße ich mit den Füßen? Timing: Hüfte zu spät oder Füße zu früh.
Gutes Warm-up? Allgemein warm, Mobilität, Lauf-ABC, Steigerungen, dann spezifische Drills.
Welche Spikes? Hochsprungspikes sind steif und stabil. Einsteiger starten oft Allround, später spezialisieren.
Mental bei drei Versuchen? Routine + 1–2 Fokus-Cues + Fehler abhaken.
Ablenkung im Wettkampf? „Blase“ schaffen: Kopfhörer, Rücken zur Matte, Fokus auf eigene Cues.
Wie lange bis Fortschritte? 8–12 Wochen konsequente Basics bringen oft spürbar mehr Kontrolle.
Wenn du tiefer einsteigen willst: hör dir die Hochsprung-Folgen im MainAthlet Podcast an. Und wenn du richtig schnell vorankommen willst: investiere in Basics (Anlauf + Fuß + Technik). Das ist der Hebel, der sich im Hochsprung fast immer lohnt.
Weiterführende Seiten:
Übersicht: Sprungdisziplinen
Sprungkraft, Anlauf und Absprungtechnik sind auch im Weitsprung entscheidend. Alles über Technik, Training und Regeln:
