Wer ambitioniert läuft, trainiert und wettkämpft, investiert viel in Ausrüstung, Trainingsplanung und Ernährung – aber weiß selten, was im eigenen Körper tatsächlich passiert. Blutwerte für Sportler sind kein Privileg des Leistungssports mehr. Robin Sorg, Head of Medical Operations bei Aware Health, erklärt im MainAthlet Podcast, warum Biomarker wie der Omega-3-Index, Ferritin und Vitamin D über Leistung, Regeneration und Verletzungsanfälligkeit entscheiden – und warum der klassische Normbereich vom Hausarzt für Sportler oft schlicht nicht ausreicht. Wer mit präventiver Blutdiagnostik anfängt, versteht den eigenen Körper auf einer neuen Ebene: nicht als Reaktion auf Beschwerden, sondern als datenbasierte Grundlage für besseres Training.
Aware Health hat sich auf präventive Blutdiagnostik spezialisiert. Das Konzept: Per App ein Paket buchen, an einem der über 36 Standorte deutschlandweit Blut abnehmen lassen und die Ergebnisse wenige Werktage später leicht verständlich in der App abrufen – inklusive medizinischer Einordnung, Optimalbereichen und konkreten Handlungsempfehlungen. Das ist der entscheidende Unterschied zum Laborbefund auf Papier vom Hausarzt: Nicht nur ein Zahlenwert, sondern die Antwort auf die Frage, was dieser Wert bedeutet und was man jetzt tun kann.
Aware-Gründer und Medical-Operations-Leiter Robin Sorg bringt dabei mehr als 15 Jahre Erfahrung aus Ernährungswissenschaft, Personal Training und der personalisierten Nahrungsergänzung mit. Sein Fazit nach Hunderten ausgewerteten Blutbildern: Gerade bei Sportlern klaffen Referenzbereich und tatsächlicher Optimalbedarf weit auseinander.
Der Referenzbereich, den man von jedem Laborbefund kennt, basiert auf dem Durchschnitt der getesteten Bevölkerung – inklusive inaktiver, kranker und älterer Menschen. „Im Normalbereich zu sein" bedeutet also: ähnlich wie der gesellschaftliche Durchschnitt. Für einen Sportler, der auf Leistung und Regeneration optimiert, reicht das nicht.
Aware hinterlegt in der App zusätzlich wissenschaftlich fundierte Optimalbereiche – also Zielwerte, die auf sportliche und mentale Performance ausgerichtet sind. Robin Sorg betont dabei ehrlich: Die Wissenschaft ist noch nicht vollständig. Individuelle Faktoren wie Ernährungsform, genetische Besonderheiten oder Trainingsphase spielen immer eine Rolle. Aber die Richtung ist klar: Wer als Sportler nur auf den Referenzbereich schaut, lässt Potenzial liegen.
Der Omega-3-Index ist nach Robin Sorgs Erfahrung einer der am häufigsten vernachlässigten Biomarker – und gleichzeitig einer der relevantesten für Ausdauersportler. Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) kommen fast ausschließlich in fettreichen Meeresfischen vor. Da die Deutschen im Schnitt wenig Fisch essen, liegt der Omega-3-Index hierzulande typischerweise zwischen 2 und 6 Prozent – der Zielbereich für optimale Versorgung liegt aber bei 8 bis 11 Prozent.
Das Problem für Läufer: Im Grundlagenausdauerbereich, also genau dort, wo der Großteil des Trainingsvolumens stattfindet, verbrennt der Körper bevorzugt Fett als Energiequelle – und greift dabei auch auf EPA und DHA zurück. Omega-3-Fettsäuren, die eigentlich wichtige Aufgaben bei Entzündungsregulation und Zellschutz übernehmen sollten, werden so als Energielieferant verbraucht. Die Folge: erhöhter Verbrauch bei gleichzeitig oft schon schlechter Ausgangslage. Wer viel Ausdauertraining macht, sollte diesen Wert kennen.
Ferritin, der Eisenspeichermarker, ist ein klassisches Beispiel dafür, warum einzelne Blutwerte nie isoliert betrachtet werden sollten. Ferritin kann fälschlich erhöht erscheinen, wenn gleichzeitig stille Entzündungsprozesse im Körper ablaufen. Erst in Kombination mit dem hochsensitiven CRP (hsCRP) lässt sich sicher beurteilen, ob tatsächlich ein hoher Eisenspeicher vorliegt oder eine unerkannte Entzündung das Ergebnis verfälscht.
Ähnlich komplex ist Vitamin D. Gerade in Deutschland gilt: Von Oktober bis Ostern lässt sich kaum ausreichend Vitamin D über Sonnenlicht produzieren. Eine Supplementation ist für die meisten sinnvoll – aber blind zu dosieren ist riskant. Zu viel Vitamin D kann Stoffwechselprozesse blockieren, die es eigentlich unterstützen soll, im schlimmsten Fall sogar die Knochendichte langfristig senken. Das Prinzip dahinter gilt für alle fettlöslichen Vitamine und auch für Selen: Der Körper kann Überschüsse nicht einfach ausscheiden. Wer supplementiert, sollte testen – nicht schätzen.
Das Sportpaket von Aware umfasst 30 Biomarker, darunter das große Blutbild (rote und weiße Blutkörperchen), Magnesium, die Marker für den Eisenstoffwechsel, Entzündungsmarker und den Omega-3-Index. Kosten: 125 Euro ohne Mitgliedschaft, 99 Euro für Aware Pro Mitglieder. Im Preis enthalten sind Blutentnahme an einem der 36 Standorte, Transport, Laboranalyse und die vollständige Auswertung in der App. Keine versteckten Zusatzkosten.
Wer außerhalb der aktuellen Standorte lebt, muss sich nicht lange gedulden: Aware plant, bis Ende 2026 an über 80 Standorten in Deutschland vertreten zu sein. Neu seit August 2025: In zwei DM-Märkten – am Kudamm in Berlin und in Karlsruhe – gibt es eigene Blutentnahmekabinen direkt im Geschäft. Gesundheitscheck beim nächsten DM-Besuch – das ist das erklärte Ziel.
Für Sportler gilt als Faustregel: alle 6 bis 9 Monate im ambitionierten Bereich, alle 12 bis 18 Monate im lockeren Amateurbereich. Nach jeder Intervention – Ernährungsumstellung, neue Supplementation, verändertes Trainingspensum – sollte nach 10 bis 12 Wochen ein Retest folgen. Kürzere Abstände liefern kaum aussagekräftige Daten, weil sich Speicher wie Ferritin oder Vitamin D langsam aufbauen.
Die App bietet außerdem die Möglichkeit, externe Laborbefunde hochzuladen und mit eigenen Aware-Ergebnissen zu vergleichen. Und bei auffälligen Werten steht eine direkte Teleklinik-Anbindung zur Verfügung: Online-Arztgespräch mit Befundeinsicht, um Unsicherheiten direkt zu klären.
Welche Blutwerte sind für Läufer und Ausdauersportler am wichtigsten? Die relevantesten Biomarker für Ausdauersportler sind Ferritin (Eisenspeicher), der Omega-3-Index (EPA und DHA), Vitamin D, Magnesium sowie Entzündungsmarker wie das hochsensitive CRP. Diese Werte stehen in direktem Zusammenhang mit Energieversorgung, Regeneration und Verletzungsanfälligkeit. Ein umfassendes Sportpaket wie das von Aware Health deckt genau diese Marker ab.
Was bedeutet es, wenn mein Blutbild „im Normbereich" liegt? Der Referenzbereich basiert auf dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung – nicht auf dem Bedarf von Sportlern. Wer regelmäßig trainiert, hat einen höheren Verbrauch bestimmter Nährstoffe und sollte sich an sportspezifischen Optimalbereichen orientieren, nicht am gesellschaftlichen Mittelwert.
Wie oft sollte ich als Sportler ein Blutbild machen lassen? Als Faustregel gilt: im ambitionierten Amateurbereich alle 6 bis 9 Monate, im lockeren Freizeitbereich alle 12 bis 18 Monate. Nach einer gezielten Intervention – neue Supplementation, Ernährungsumstellung, stark verändertes Trainingspensum – ist ein Retest nach 10 bis 12 Wochen sinnvoll.
Kann ich zu viel Vitamin D nehmen? Ja. Vitamin D ist fettlöslich und kann sich im Körper anreichern. Eine Überdosierung (Hypervitaminose) kann paradoxerweise genau die Prozesse blockieren, die Vitamin D eigentlich unterstützt – darunter die Kalziumeinlagerung in die Knochen. Wer supplementiert, sollte vorher und nach 10 bis 12 Wochen testen.
Was ist der Omega-3-Index und warum ist er für Sportler entscheidend? Der Omega-3-Index misst den Anteil der Fettsäuren EPA und DHA an den Gesamtfettsäuren im Blut. Der Zielbereich liegt bei 8 bis 11 Prozent – der deutsche Durchschnitt liegt zwischen 2 und 6 Prozent. Ausdauersportler verbrauchen Omega-3 zusätzlich als Energiequelle im Grundlagenbereich, was das Defizit weiter verstärkt.
Wo kann ich bei Aware Health Blut abnehmen lassen? Aware Health ist aktuell an über 36 Standorten in Deutschland vertreten, darunter Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und Nürnberg. Seit August 2025 gibt es außerdem Blutentnahmekabinen direkt in zwei dm-Märkten: am Kudamm in Berlin und in Karlsruhe. Bis Ende 2026 plant Aware Health die Expansion auf über 80 Standorte.
Was kostet das Sportpaket von Aware Health? Das Sportpaket mit 30 Biomarkern kostet 125 Euro – inklusive Blutentnahme, Transport, Laboranalyse und App-Auswertung. Mit einer Aware Pro Mitgliedschaft ist das Paket für 99 Euro erhältlich. Versteckte Kosten in der App gibt es nicht.
